meine Entdeckungsreise

Hexen und die Naturverbundenheit

Hexen sind – von Alters her wie heute – sehr Naturverbunden. Sie arbeitet viel mit Naturgeistern und Naturmagie, richten sich nach den Mondphasen und kennen sich mit Kräuterkund aus. Aber was heißt das und wie drückt sich das, gerade in heutiger Zeit, aus?

 

Was ist Naturmagie?

Naturmagie ist ein Zweig der magischen Arbeit und geht wird auch der „alte Pfad“ genannt. Diese Form des spirituellen Umgangs mit der Natur (Naturspiritualität) zieht seine Macht aus ihr und arbeitet mit der Erde als Wesen und den Elementen als Energien. Im Gegensatz zur Ritualmagie ist Naturmagie wesentlich freier und an weniger Regeln oder feste Abläufe gebunden. Weil der Erde als Wesen („Mutter Erde“) eine große Bedeutung beigemessen wird, spricht man auh von Erdmagie. Sie ist die alte Magie des Landes und sie zu praktizieren bedeutet eine intensive Beziehung zur Erse aufzubauen. „Diese Beziehung kann zu einer intensiven Freundschaft werden und sie kann einem ebensoviel abverlangen wie eine persönliche Beziehung zu einem Menschen oder einem Tier, ja in einigen besonderen Fällen ist vielleicht sogar der vergleich mit einer Heirat nicht falsch.“ Menschen, die mit Erdmagie arbeiten, bauen eine intensive auf Gegenseitigkeit beruhende Verbindung mit dem Land auf. Die Mutter Erde hat dabei Wünsche an den Erdmagier oder die Hexe und ebenso umgekehrt, so wie auch zwischenmenschliche Beziehungen auf Gegenseitigkeit beruhen.

Die alte Tradition der Erdmagie zeichnet sich vor allem durch drei Aspekte aus:

  1. Die Arbeit mit dem Land und die Pflege der gegenseitigen Beziehung
  2. Die Kräuter- und Pflanzenmagie als Symbolsprache des Landes
  3. Die Feiern und Bräuche der Zyklen des alten Jahreskreises

Qu; weiterführender Link: Der Unterschied zwischen Erdmagie, Zeremonialmagie und Wicca

 

Sind Naturgesetze und Magie nicht ein Widerspruch?

Der Begriff Naturmagie erscheint vielen vielleicht als Widerspruch: Die beiden Worte Natur und Magie lassen scheinbar etwas Unvereinbares ausdrücken. „Doch Natur ist Magie!“ Magie ist eine Kraft, die verändert. Ihr liegen (Natur)Gesetze zugrunde, die man sich zu nutze machen kann, indem man bestimmten Regeln folgt. In der urgeschichtlichen Zeit, aus der uns keine schriftlichen Überlieferungen vorliegen, war die Magie ein ganz normaler Bestandteil des Lebens vieler Menschen. Heute haben die Wunder der modernen Technik die echte Magie verdrängt, und sie ist etwas in Vergessenheit geraten. Doch meist ist es nur Mangel an Erfahrung, der verhindert, daß wir den Einfluß der Magie auf unser Leben erkennen und ihre Kraft nutzen. „Ich sage bewußt „Erfahrung“ und nicht etwa Glauben, denn es handelt sich hier keineswegs um eine Glaubensfrage.“ Die Realität der Magie kann jeder durch eigene Erfahrung kennenlernen, wenn er bereit ist, aufgeschlossen, aufrichtig und mit Sorgfalt einige Experimente durchzuführen.“ (aus „Naturmagie“ von Marian Green, Aurum-Verlag, Braunschweig, 1992, S. 13/14) Eine Buchbesprechung auf Kräuter-Almanach: Die Natur ist die beste Zauberschule.

 

Was ist Naturspiritualität?

Die moderne Naturspiritualität ist sehr vielfältig: Es gibt es einerseits die vielen neuheidnischen Gruppen und Bewegungen, die eine Wiederbelebung und Erneuerung vorchristlicher (Natur-)Religionen anstreben. Dem gegenüber stehen die Lehren des Schamanismus. „Dessen Inhalte müssen zwar nicht wiederbelebt werden, weil sie in vielen Teilen der Erde noch heute lebendig praktiziert werden, dafür sind sie in der westlichen Kultur weitgehend unbekannt. Seit einigen Jahren scheinen jedoch überall auf der Welt Schamanen erstmals bereit zu sein, ihr Wissen wieder in unsere Gesellschaft einzubringen“.

Die Erdreligion ist die Älteste dem Menschen bekannte Form der Spiritualität. Schon die Bewohner der steinzeitlichen Steppen und Wälder verehrten die Natur als lebendiges, heiliges Wesen, von dem alles kommt und zu dem alles wieder zurückkehrt. „Zunächst pflegte man noch direkte Beziehungen zum Geist des Windes, der Tiere, der Bäume und vieler anderer Facetten von Mutter Erde und Vater Himmel; spätere Kulturen wie die Ägypter, die Kelten oder auch die nordisch-skandinavischen Gesellschaften verehrten diese Naturelemente dann in Gestalt personifizierter Gottheiten. Einige Kulturen auf dieser Erde tun das noch immer und auch innerhalb vieler Wicca-Traditionen spielt die Personifizierung von Naturgeistern eine Rolle. Die meisten Hexen tun dies im Sinne des Animismus. Animismus ist kurz gefasst der Glauben an die Beseeltheit der gesamten Natur. Im Gegensatz zu sog. Hochreligionen wie das Christentum oder der Islam, in denen ihr Gott ausschließlich transzendent ist (d.h. außerhalb dieser Welt: zum Beispiel im Himmel), ist das Göttliche bei Naturreligionen immanent (also in unserer Welt: hier und jetzt in der Natur, die uns umgibt). In animistischen Weltanschauungen existiert der gesamte Kosmos in zwei Formen: einer materiellen Welt und einer geistartigen Welt. Insbesondere im Sinne der Wicca religiöse Hexen glauben, dass jeder Stein, jede Pflanze und jedes Tier von Geiste der großen Mutter beseelt ist.

Schamanen ist dagegen eine animistische Vorstellung fremd: Für sie steckt kein Gott und kein heiliges Wesen in Pflanzen oder Tiere. Für Schamanen hat die Natur in der Regel auch einen göttlichen Stellenwert, auch sie arbeiten gerne in der Natur und mit den Kräften der Natur, aber sie machen sich die Natur als Werkzeug zu eigen. Hexen dagegen verstehen die beseelte Natur nicht als den Menschen untergeordnet an, die man „ausnutzen“ kann, sondern leben mir ihr gleichberechtigt im Einklang, weshalb Hexe oder keine Tiere opfern oder in den Eingeweiden lesen, obwohl sich solche Vorurteile hartnäckig halten.

Quellen und weiterführende Links:

 

Ist Naturverbundenheit immer religiös?

Natürlich nicht. Es gibt ja auch in Umwelt- und Naturschutzorganisationen engagierte Menschen, sie sich vielleicht als atheistisch bezeichnen oder ganz anderen (Welt)Religionen angehören, und sich trotzdem der Natur verbunden fühlen. Moderne Hexen sind Menschen, die sich zwar auch auf die historischen Hexen beziehen aber manchmal eben nur zum Teil mit den alten europäischen Religionen oder vorchristlichen Bräuchen identifizieren. Auch wenn heute die meisten Hexen und Hexer einer der Wicca-Traditionen angehören, ist nicht jede Hexe eine Wicca oder überhaupt religiös. “Hexe sein ist für einige von uns eine Glaubensrichtung, für andere eine Lebenseinstellung, für wieder andere ein Mix aus beidem oder gar noch etwas anderes.” (Jennifer). Es gibt auch Hexen, die magisch arbeiten und sich dennoch einer der großen Weltreligionen wie dem Christentum oder dem Islam verbunden fühlen (siehe Hexen und Religion).

 

Was bedeutet ist, mit der Natur zu arbeiten und zu leben?

Mit der Natur zu arbeiten und zu leben heißt, bewußt mit ihr und in ihrem Jahreszyklus zu leben. Die Hexenfeste aus dem alten Jahreskreis erinnern uns und helfen uns, den natürlichen Rhytmus wieder zu finden. „Leider ist vielen Menschen in der heutigen Zeit nicht mehr richtig bewusst, welcher Jahresabschnitt gerade herrscht und vor allem was dieser zu bedeuten hat.“ Ob Sommer oder Winter – viele arbeiten in klimatisierten Räumen; ob Tag oder Nacht – gerade in den Großstädten sind die Straßen auch nachts hell beleuchtet und überstrahlen den Sternenhimmel. „Wie soll da noch jemand mitkriegen was in der Natur los ist?“ Wer mit der Natur leben will, muss erst wieder lernen, sie zu beobachten und genau wahrzunehmen. Wer der Natur verbunden sein möchte, sollte sich bewußt darüber werden, welche Rolle die Natur in seinem Leben spielt. Und man bedenke: Die Natur kann ohne uns Menschen auskommen, umgekehrt geht es nicht! Das genaue Beobachten und das bewußte Leben im Rythmus von Mondzyklus und Jahresrad bilden wichtige Grundsteine für das Leben und Arbeiten als Hexe.

Quelle und weiterführender Link
: Mit der Natur Leben und Arbeiten

 

Ist Naturverbundenheit mit Nacktheit verbunden?

Es soll Coven und Hexenzirkel geben, die ihre Fest nackt feiert und Rituale unbekleidet ausführten. Sie wollen damit ihre Naturverbundenheit besonders hervorheben und hoffen so den Geistern näher zu kommen. In den meisten Hexenkreisen ist es aber nicht so und in den originalen Vorlagen der Wicca-Bewegung von Gardner gibt es für Feste und Rituale und vergleichbare Zwecke extra Roben. In alten Religionen waren Sexualmagie und Sexualriten weit verbreitet. In Ritualen wurden sexuelle Stimulierungen eingesetzt, um diese grundlegende menschliche Energie wachzurufen. Im antiken Griechenland wurden die Götter und ihre Verehrer oft im Zustand sexueller Erregung dargestellt. Allerdings haben Priesterinnen früherer Kulturen auch öfter die hölzernen Penisse der Gottheiten genutzt, um ekstatische Zustände zu erlangen. Sexualmagie ist überall auf der Erde bekannt. Auch in Europa waren magische Praktiken gang und gäbe. Mit Christianisierung und der nachfolgenden Entwicklung einer äußerst puritanischen Einstellung zur Sexualität durch die Macht der Katholischen Kirche konnten diese religiösen Erfahrungen nicht mehr in der Öffentlichkeit gemacht werden, weil sie von der Kirche heftig verfolgt wurden. Die Sexualität wurde mit dem Teufel in Verbindung gebracht, doch ihre Macht, das menschliche Bewusstsein zu vergrößern und ekstatische Zustände hervorzubringen, wurde nie geleugnet. Dieser Umstand mag nicht zuletzt auch das Ergebnis eines kulturbedingt nach wie vor unsicheren Verhältnisses des modernen Menschen zu seiner Körperlichkeit sein. Seit der Hexenverfolgung hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass Hexen etwas mit dem Teufel zu tun hätten, insbesondere die Vorstellung einer Buhlschaft mit dem Teufel oder der Orgien in der Walpurgisnacht. Damalige Anklagen hinterließen ihre Spuren in den Darstellungen aus der Zeit der Hexenverfolgung, zum Beispiel in Kupferstiche, die entsprechende Szenen darstellen. Diesen Umstand ist wohl auch zu verdanken, dass Sexualriten ihren Einzug in schwarze Messen fand, die von okkulten Gruppen gefeiert werden. Gegenüber anderen magischen Disziplinen genießt die Sexualmagie selbst unter praktizierenden Okkultisten (z.B. in der Thelema-Bewegung) einen umstrittenen Ruf. Übrigens gilt es in Deutschland als sittenwidrig, nackich durch den Wald zu laufen.

Quellen und weiterführende Links:

 

Können auch Großstadthexen naturverbunden sein?

In den mitteleuropäischen Ländern ist es mehr und mehr schwierig geworden, tatsächlich naturverbunden zu leben, vor allem wenn man in Großstädten wohnt. In manchen Foren wird über Aspahlthexen gespottet, andere sehen kein Problem darin, der Natur und mit den Naturgeistern verbundene Rituale auch im Haus oder in der Wohnung durchzuführen. Doch es bleiben natürlich Fragen für den selbstkritischen Umgang, die auf Foren (wie hexentanz.net) diskutiert werden: „Wieviel Natur erlebt eine mitteleuropäische Hexe, Schamane oder Magier denn nun wirklich, damit meine ich die ungefilterte, ursprüngliche Natur, denn letztendlich kann ja alles irgendwie mit Natur definiert werden?“ Die Wohnräume benötigen Elektrik, Heizungen mit Holz oder Kohle sind selten geworden. Wir fahren Auto oder nutzen den öffentliche Verkehrsmittel. Die heutige Konsumwelt bietet mit Supermärkten und Lieferdiensten vielfältige Möglichkeiten, um Bedürfnisse abzudecken. Der wahre Wert z.B. von Lebensmitteln, wie er durch den eigenen Anbau in Handarbeit erfahrbar ist, ist vielen in der modernen Wegwerfgesellschaft fremd geworden. Medien demonieren unser Leben, die Natur kommt kaum noch vor und wir kennen die meisten Tiere oder Pflanzen nur aus dem Fernsehen. Es entsteht bei einigen die Sehnsucht nach einem einfacheren Leben, dass nicht mehr von Markinteressen und Trends der anderen bestimmt wird. Doch viele unterliegen der Scheu vor dem Risiko, diese Fesseln zu sprengen. Allerdings gilt auch zu bedenken, dass ein völlig naturverbundener Lebenswandel keine Leichtigkeit darstellt, und man sollte nicht naiven Vorstellungen einfacher Wege unterliegen.

Lesetipp: Naturmagie – Oder: Die Kunst, nicht nackt im Wald zu tanzen

 

Wie kann Naturverbundenheit konkret für mich aussehen?

Eine Hexe sollte die Lebewesen der Natur achten. Das kann zum Beispiel so geschehen, dass Du bei Deinem Ritual im Wald vorsitig vorgehst und so wenig wie möglich kaputt trampelst. Eine Hexe sollte die Natur ehren und respektieren. Dies kann auch ganz einfach zum Beispiel dadurch erfüllt werden, dass Du Deinen Müll nicht im Freien entsorgst. Ein sorgsamer Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen muss gar nicht so schwer sein. Allerdings sollte man die Wertschätzung auch nicht ins Umgekehrte übertreiben. Auf Chemie zu verzichten ist das eine. Aber nur weil Du als Hexe die Natur achten solltest, heißt das nicht, dass Du keine Flöhe oder Milben in Deiner Wohnung bekämpfen darfst. Auch Ameisen oder Motten haben in einer Wohnung nichts verloren und auch hier gibt es natürliche Mittel, um diese umweltverträglich zu bekämpfen und auf einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu achten. Gerade sauberes Trinkwasser ist schon heute weltweit eine wertvolle Ressource, die in vielen Teilen der Welt keine Selbstverständlichkeit ist und um dass bereits Kriege geführt werden. Im Internet gibt es zahlreiche Hilfen und meist ganz einfache Alltagstipps, wie Du mit wenigen Schritten und ohne großen Wohlstandsverlust für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit eintreten kannst. Keine Standby-Funktion bei Elektrogeräten mindert den Stromverbaucht – das wäre schon einmal ein fast banaler einfacher Schritt. Viele kleine Schritte können aber die Welt verändern und unseren Umgang mit ihr verbessern!

Linktipps:

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